AUS DEM LANDESVORSTAND

Erlass „Einsatz digitaler Endgeräte“: Rechtssicherheit und Gestaltungsfreiheit erforderlich

Der vLw begrüßt ausdrücklich die Absicht der Landesregierung, den Schulen die Möglichkeit zu eröffnen, Leistungsüberprüfungen unter Einsatz digitaler Endgeräte vorzubereiten und durchzuführen. Dies ist ein weiterer konsequenter Schritt, junge Menschen an unseren Berufskollegs durch digitalisierte Unterrichtsformate und Arbeitsumgebungen noch besser auf die digitale Arbeitswelt von morgen vorzubereiten.

Die konkrete Umsetzung darf aber nicht an der Finanzkraft von Eltern, Ausbildungsbetrieben und der Finanzkraft und den Rechtsvorgaben der Schulträger scheitern, da somit Bildungschancen ungleich verteilt werden.

Der vLw möchte daher auf folgende Punkte hinweisen:

  • Ausstattung mit digitalen Endgeräten: Ohne eine flächendeckende 1:1-Ausstattung wird ein Distanzunterricht für einen großen Teil der Schülerinnen und Schülern an Berufskollegs weiterhin in analoger Form durchgeführt werden müssen. Auch Leistungsüberprüfungen könnten somit nicht unter Einsatz von digitalen Endgeräten durchgeführt werden. Die digitale Handlungskompetenz muss jedoch in allen beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Lebensbereichen gefördert werden.
  • Unentgeltliche Bereitstellung digitaler Endgeräte: Digitale Endgeräte müssen nach der Entscheidung der Schulkonferenz im Rahmen der Lernmittelfreiheit den Lernenden zum befristeten Gebrauch für Prüfungssituationen unentgeltlich überlassen werden können.
  • Mobile Device Management: Für die unterrichtliche Arbeit muss das Land NRW Sorge tragen, dass ein Mobile Device Management zur Verfügung gestellt wird, das den Lehrkräften im Unterricht und in Prüfungen die Administration der digitalen Endgeräte ermöglicht.

Insgesamt hält der vLw die Klärung der o. a. Aspekte für zwingend erforderlich, um die Gestaltungsspielräume der Berufskollegs rechtssicher und vergleichbar festzulegen.

Beatrix Heithorst, Ausschuss Schul- und Bildungspolitik

Thorsten Ziemek, Ausschuss Dienst- und Tarifrecht

Hilmar von Zedlitz-Neukirch, Landesvorsitzender

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