Wie wichtig Verbands- und Personalratsarbeit für jede bzw. jeden Einzelnen im Berufskolleg ist, haben gerade die letzten vier Jahre nachhaltig bewiesen.

Nach dem Delegiertentag am 28. Februar 2020 in Bochum begannen für uns alle im schulischen, gesellschaftlichen und privaten Umfeld enorme Herausforderungen, die durch die Folgen der weltweiten Corona-Pandemie ab März 2020, durch die des am 24. Februar 2022 begonnenen russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und durch die des am 7. Oktober 2023 begangenen Überfalls auf Israel ausgelöst wurden.

Mit Pragmatismus, Kreativität und einem enormen Engagement haben auch die Lehrerinnen und Lehrer im Berufskolleg dazu beigetragen, diese Herausforderungen zu meistern.

Weiterhin enorme Herausforderungen am Arbeitsplatz im Berufskolleg
Mit der Vorstellung von ChatGPT im November 2022 hat das Lernen mit digitalen Medien nochmals einen Sprung gemacht.

Uns – wie vielen anderen in Schule, Gesellschaft und Forschung – ist bewusst, dass der digitale Einsatz von KI-Werkzeugen in Schule kein Selbstzweck ist, sondern sich an den Bedürfnissen unserer heutigen Schülerinnen und Schüler sowie der künftigen Fachkräftegenerationen orientieren muss.

Der vLw steht bereit, gemeinsam mit der schwarz-grünen Landesregierung nicht nur die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung weiter voranzutreiben.

Jetzt heißt es, die Berufskollegs nachhaltig für die nächsten Jahre zu stärken und dafür alle Ressourcen bereitzustellen, um

  • die digitale Transformation 4.2 mit KI-Einsatz voranzutreiben,
  • den Arbeitsplatz im Berufskolleg attraktiver zu machen,
  • mit Personaloffensiven dem Lehrkräftemangel zu begegnen
  • und für die jetzigen Lehrkräfte den Gesundheitsschutz weiter auszubauen.

Dies sind einige Aspekte der Leitanträge, die der Landes-delegiertentag am 23.02.2024 in Neuss beraten und beschlossen hat.

 

 

 

Verbandsarbeit braucht starke Personalräte

Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass Verbands- und Personalratsarbeit nur zusammen eine kompetente Interessenvertretung im Berufskolleg ermöglichen. Dies haben in den letzten Jahren die 2/3-Mehrheiten von vLw und vlbs in den Personalräten klar bewiesen – sie konnten sich für Sie einsetzen.

Deswegen benötigen vLw und vlbs Ihre Unterstützung:
Bis zum 13. Juni 2024 ist Ihre Stimme gefragt.

Rund 28.000 Lehrerinnen und Lehrer werden ab Mai ihre Wahlunterlagen in ihren Berufskollegs erhalten, um bis zum 13. Juni 2024 jeweils eine Stimme für eine der Listen im Bezirks- und im Hauptpersonalrat abzugeben. Leider nutzte 2020 bei der letzten Wahl nur jede zweite Lehrkraft die Chance, mit ihrer Stimme die Personalräte in den Bezirken und beim Schulministerium zu stärken. Verbänden und Gewerkschaften ist es daher ein wichtiges Anliegen, die Wahlbeteiligung wieder deutlich zu steigern.

Personalratswahlen 2024: Ihre Stimme zählt
Deswegen gilt auch ab Juni 2024: Der vLw will über seine Personalratsmitglieder das bisherige erfolgreiche Engagement auch in der kommenden Wahlperiode fortsetzen.

Gemeinsam mit unserem Schwesterverband vlbs tritt der vLw auch 2024 wieder mit einer gemeinsamen Kandidatinnen- und Kandidatenliste an, um auf Ebene der Bezirksregierung und des Schulministeriums die Interessen der Lehrkräfte an den Berufskollegs einzubringen und zu schützen.

Dazu benötigen wir die Unterstützung aller aktiven Mitglieder und appellieren an Sie:

  • Bitte bringen Sie Ihre beiden Stimmen bei den Personalratswahlen 2024 ein und schicken Sie die ausgefüllten Wahlunterlagen an den Wahlvorstand.
  • Bitte sprechen Sie auch andere Kolleginnen und Kollegen an, ihr Wahlrecht bis zum 13. Juni wahrzunehmen.
  • Bitte nutzen Sie die vielfältigen Angebote des vLw, um sich über die Leistungen der Verbände zu informieren, und geben Sie diese Informationen auch an andere Kolleginnen und Kollegen weiter.

Seit über 77 Jahren setzt sich der vLw auch als Fachgewerkschaft erfolgreich für die Interessen der Lehrkräfte in den heutigen Berufskollegs ein.

Und natürlich gilt nicht nur in Personalratswahlzeiten: Haben Sie Fragen und/oder Unterstützungsbedarf in dienstlichen Angelegenheiten? – Dann wenden Sie sich bitte direkt an die kompetenten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner im Personalrat bei Ihrer Bezirksregierung.

 

Die Aufgaben der Personalräte
Ähnlich wie bei einer Haftpflichtversicherung gilt auch bei etlichen Aufgaben des Personalrats auf der Ebene der Bezirksregierung: Viele Lehrkräfte benötigen die Unterstützung und den Schutz des Personalrates nur in Einzelfällen. Aber gerade hier ist eine Personalvertretung wichtig, die von möglichst vielen Wahlberechtigten getragen wird. Personalräte wachen darüber, dass die Bezirksregierungen die geltenden Gesetze und Vorschriften beachten. Beispiele hierfür sind die richtige Eingruppierung und Einstufung von Tarifbeschäftigten, die ordnungsgemäße Durchführung der Listenverfahren zur Lehrereinstellung, die zeitnahe Ausschreibung von Beförderungsstellen oder die Durchführung von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, die Verhütung von Unfall- und Gesundheitsgefahren. Für die Kolleginnen und Kollegen sind die Personalräte wichtige Ansprechpartner im Falle von Anregungen, Beschwerden oder auch Fragen. Hier sind es insbesondere die Themen, die sich im schulischen Umfeld nicht oder nicht abschließend klären lassen, wie z. B. eine stufenweise Wiedereingliederung, eine Verlängerung des Arbeitsvertrages, eine Versetzung, Abordnung oder die Planung einer Elternzeit. Bei einigen personellen Angelegenheiten besitzt der Personalrat ein Mitbestimmungsrecht. Das bedeutet, dass eine Einstellung, eine Versetzung, eine Beförderung oder die Ablehnung eines „Sabbatjahres“ (Teilzeit im Blockmodell) nur mit der Zustimmung des Personalrats erfolgen kann. Diese Zustimmung wird dann erfolgen, wenn seitens der Bezirksregierung die im Einzelfall geltenden Vorschriften beachtet wurden. Dies kann ein Personalrat dann erkennen, wenn im Vorfeld alle Informationen auch entsprechend weitergegeben wurden. Ein besonders wichtiges Merkmal der Personalratstätigkeit ist die Verschwiegenheitspflicht der Personalratsmitglieder. Nur mit der von einer Entscheidung der Dienststelle betroffenen Person darf die einzelne Angelegenheit, also zum Beispiel die Beförderung oder die Entlassung aus dem Dienst, besprochen werden.

In zahlreichen Fällen begleiten Personalratsmitglieder in ihrer Funktion Gespräche „vor Ort“, also in den jeweiligen Berufskollegs. Dies gilt z. B. für Gespräche zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) oder für Auswahlverfahren. Auch im Rahmen von Disziplinarverfahren dürfen Beschäftigte ein Personalratsmitglied an ihrer Seite haben. Weitere Informationen unter www.vLw-nrw.de.

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11Hilmar von Zedlitz Neukirch

Frank Flanze

Landesgeschäftsführer

und

Hilmar von Zedlitz-Neukirch

Landesvorsitzender

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